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Guter Urlaub – dank oder trotz Bewertungen? Drei Tipps, wie Bewertungsportale mehr bringen. (Foto: Ed Gregory , stokpic.com)

Geben Sie nichts auf Online-Bewertungen! Das fordert Sarah Schmidt in ihrem sz-Artikel. Ursprünglich mal sinnvoll, würden Bewertungen nun die schöne Urlaubslaune vermiesen. Schließlich gilt es, jeden kleinsten Fehler zu bemerken und aggregiert zu Hause in eine Fünf-Sterne-Skala zu gießen.

Stattdessen soll man Bewertungen ignorieren, schließlich hängt ein gelungener Urlaub davon ab, “ob es dem Reisenden gelingt, sich auf eine neue Umgebung und andere Menschen einzulassen.”

Die Kunst des Ertragens und Erduldens als Ziel?

Das mag stimmen für kulturelle Differenzen, andere klimatische Bedingungen oder verschiedene Tagesrhythmen. Aber ein unhygienisches Badezimmer bleibt ein unhygienisches Badezimmer, auch wenn man es sich schönzureden versucht.

Nein, Bewertungen und die damit verbundene Online-Reputation sind eine Errungenschaft der Netz-Community. Wer war nicht schon einmal in einem schäbigen Restaurant, nur um festzustellen, dass man den Besuch hätte verhindern können, hätte man sich vorher nur kurz schlau gemacht?

Als Betroffener hat man dann vielleicht etwas zu Hause zu erzählen, aber das macht das ausgegebene Geld und die schöne Gelegenheit auch nicht wieder rückgängig.

Mehr Kompetenzen auf beiden Seiten

Stattdessen erachte ich folgende drei Aspekte für ratsam, damit Bewertungen auch weiterhin als sinnvolles Instrument gesehen werden können:

1) Bewertungs-Kompetenz:

Sowohl auf der aktiven Seite des Bewertenden, als auch auf der passiven Seite des Ratsuchenden, braucht es bestimmte Fähigkeiten mit einer Bewertung umzugehen. Wie zeige ich, dass einige Aspekte nur subjektiv auf mich zutreffen? Woran erkenne ich eine übertriebene Bewertung? Und kann ich irgendwo sehen, ob der Betreiber etwas geantwortet hat?

2) Bewertungstext:

Die Sterne mögen ein erster Anlaufpunkt sein. Sie sind jedoch leicht zu manipulieren, z.B. in dem ein gesammelter Angriff auf ein Angebot stattfindet. Zwar haben die Bewertungsportale hier meist auch noch etwas mitzureden und kommen diesen Unregelmäßigkeiten auf die Spur. Doch auch als Leser kann man vielleicht erst einmal mehr Wert auf die Bewertungstexte und ihre Aussagekraft legen.

3) Vergleichbarkeit:

Was ich noch nicht so häufig gesehen habe: Neben dem Bewertungstext den Bewertungsdurchschnitt des Meinungsgeber anzeigen. So kann man erkennen, ob es sich im Schnitt um einen Miesepeter oder einen Zwangsoptimisten handelt. Eine ergänzende Option, um Anbietern mehr Glaubwürdigkeit zu verleihen.

Geben Sie was auf Online-Bewertungen! Aber seien Sie sich ihrer Schwächen und Stärken bewusst!

Bewertungen besser machen
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