Heute ist so ein Tag, an dem ich normalerweise nicht schreiben würde, denn ich hab genug zu tun.

Aber hey, andere Menschen haben auch genug zu tun, schaffen es sogar nebenbei eine Gemüsegärtnerei aufzubauen. So zum Beispiel der bald betriebsbereite WirGarten Lüneburg. Das ganze folgt dem Prinzip der Solidarischen Landwirtschaft. Das Unternehmen ist eine Genossenschaft, Interessierte kaufen sich also ein erst einmal ein Genossenschaftsanteil, werden dabei Teil des Unternehmens und geben dem Ganzen eine kleine Sicherheitseinlage. Als frisch gekürter Mitunternehmer kann dann je nach Bedarf und Geldbeutel Ernteanteile gekauft werden. Das alles passiert so transparent, umweltschonend und lokal wie möglich.

Ich schreibe das aber nicht nur, weil ich das Konzept spannend finde. Ein mir bekannter WirGarten-Mitgründer hat mich gefragt, ob ich nicht meine alten Facebook Lüneburg-Kontakte zur WirGarten FanPage einladen möchte. Abgesehen davon, dass ich das gerne gemacht habe, hat es in mir aber auch ein bekanntes Problem getriggert:

Viele Menschen wissen gar nicht, was es für spannende nachhaltige Projekte gibt. Das betrifft vor allem bundesweite Angebote, denn im lokal begrenzten Feld findet man mit etwas Mühe schon seine Kunden. Doch was, wenn der zu bearbeitende Bereich zu groß ist? Wenn es digitale Lösungen sind, aber die Zielgruppe gar nicht so leicht über Facebook erreichbar ist?  Dann kommt es dazu, dass sich beklagt wird, man würde ja gerne nachhaltiger Leben, aber es gibt eben nicht genug Angebote.

Wäre es nicht spannend eine Art Agentur zu haben, die in verschiedenen Bundesländern (noch besser: Großstädte) sitzt und es sich zur Aufgabe macht, eben als jener Multiplikator zu dienen und Nachfragen gezielt zu steuern? Es werden Veranstaltungen mit unterhaltsamen Formaten (nein, keine Messen) organisiert, wo sich Anbieter vorstellen und Feedback aufgreifen können. Nicht nur einfach Websites, die das versuchen (und für die ich kein gelungenes Beispiel finde), sondern echte Events, auf denen man auch einmal auf etwas stößt, was man vorher nicht kannte.

Ich gebe zu, die Finanzierungsfrage kann ich im lockeren Schreibfluss nicht beantworten. Vielleicht selbst eine Genossenschaft oder ein Verein, in dem die Unternehmen Mitglieder werden. Der Unterschied zu bekannten Unternehmensverbänden wie UnternehmensGrün wäre der dezentrale Ansatz und die Fokussierung auf die potenziellen Kunden, nicht die Unternehmen.

Vielleicht noch den ein oder anderen ruhigeren Gedanken wert…

PS: Im Nachhinein eingefallen: Vielleicht so etwas wie der NKlub, nur öfter und mehr und vielleicht sogar mit Geschäftsstellen. Die können dann auch gleich als Co-Working-Space oder Workshopräume fungieren. Denn an Platz mangelt es ja auch (fast) überall.

 

WirGarten Lüneburg – kennste?
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