Ich habe mir etwas Gedanken gemacht, was mir am Thema CSR wichtig ist. Hier die ausführliche Fassung:

Über die Begrifflichkeiten und theoretischen Verständnisse von CSR kann sich auf dem CSR Wiki informiert werden.

Hier versuche ich darzulegen, was mein Verständnis von CSR ist.

Egal ob CSR, CR, CS, CSV oder RB: Ja, es gibt viele Bezeichnungen. Am Ende versuchen sie alle zu beschreiben, inwiefern Unternehmen Verantwortung tragen gegen über ihrem Handeln.

Meine Meinung zu dem Thema in 10 Punkten:

Tom Raftery, CC BY-NC-SA 2.0

  • Jedes Unternehmen sollte sich mit dem Thema auseinandergesetzt haben.

Egal ob Start-Up oder Großkonzern: Über die eigene Verantwortung nachzudenken und die Nachhaltigkeit des Handelns zu reflektieren sollte zum Standard werden.

 

  • Ein vereinfachter CSR-Bericht gehört genauso zu den Unternehmenspflichten wie die Buchhaltung.

Vergessen wir einmal die Hochglanzprodukte und schön langweiligen Stockfotografien in den meisten Berichten. Eigentlich reicht auch ein schlichtes Dokument. Schwarz-Weiß, schön mit Zahlen und vor allem Entwicklungen versehen. Daten hierfür zu sammeln ist auch gut, wenn man sich neue Effizienzziele setzen möchte.

 

  • Man muss nicht perfekt, sollte aber in der Inperfektion transparent sein.

Stakeholder müssen lernen, dass es sehr schwer ist ein perfektes Unternehmen zu formen. Ich benutze auch hinsichtlich der Nachhaltigkeit öfter „nachhaltigere“ als „nachhaltige“ Unternehmen. Worauf sie jedoch nicht verzichten sollten sind Antworten. Damit sind Erklärungen gemeint, warum eine gute Maßnahme nicht durchgeführt wurde, obwohl man darüber ordentlich nachgedacht hat. Deswegen bin ich auch ein Freund von Kommentarfunktionen auf Nachhaltigkeitsseiten.

 

  • Wer nur die Pflicht erfüllt, kann auf Legitimation hoffen. Wer glaubwürdig nachhaltiger wirtschaftet, erhält Reputation.

Kann ein Unternehmen erwarten, in den Himmel gelobt zu werden, nur weil sie sich an Gesetze halten und einen Nachhaltigkeitsbericht verfassen? Nein, das sollte vielmehr Normalität sein. Spannend wird es, wenn Unternehmen aus der Masse herausstechen. Wenn sie ihr eigenes Geschäft hinterfragen, wenn sie eine mutige Werbung schalten oder sich in politische Entwicklungen einschalten.

 

  • CSR muss das Image des „weniger schlecht“ ablegen, um „mehr besser“ zu fördern.

Wie inspirierend ist es, wenn man eine Arbeit verrichtet, nur um die Handlung anderer zu korrigieren? Man mag etwas erreicht haben, aber fühlt es sich gut an? Ich finde Projekte spannend, die geschaffen wurden, um Wirtschaften und Nachhaltigkeit zu verbinden. Also wird ein Projekt gestartet, mit dem man ein gesellschaftliches Problem löst und das sich gleichzeitig noch mindestens selbst trägt.

 

  • Die CSR Kommunikation ist mindestens genauso wichtig, wie die Umsetzung im Unternehmen.

Tue Gutes und rede darüber, heißt es oft. Vielleicht lohnt es sich aber auch manchmal, im Schlechten zu reden. Da bewegt man sich schnell in juristischen Zwickmühlen, aber deswegen muss doch kein Manager der Welt ständig heile Welt vortäuschen. Ein anderer Aspekt liegt darin, sein Handeln zu rechtfertigen und Vorgehensweise verständlich zu machen. Ein Unternehmensblog ist hierfür schon einmal ein guter Anfang.

 

  • Führungskräfte sind als Vorbilder entscheidend.

Was hilft es, wenn der Sacharbeiter-Hippie das Unternehmen umkrempeln will, aber keine andere Person mitmacht? Egal ob es die CEO oder der Abteilungsleiter ist: Wenn sie es ernst meinen, stehen sie hinter der Nachhaltigkeitsidee und verteidigen sie. So entsteht dann auch wahrscheinlicher eine Sogwirkung in der Ebene darunter. Besonders wichtig finde ich dabei, dass das Gesagte und das eigene Handeln sich nicht widersprechen. Das gilt gerade auch für die Privatperson dahinter. Ein Nachhaltigkeitsprogramm starten wollen und dann ständig den Bildschirm an lassen oder Zalando-Pakete ins Büro liefern lassen hinterlassen keinen guten Eindruck.

 

  • Gewinn und Arbeitsplätze sind als Argumente nur Mittel, nicht Zweck.

Nicht jeder Gewinn, nicht jeder Arbeitsplatz, muss ein guter sein. Das klingt hart. Aber nur weil beispielsweise in der Kohleindustrie noch viele Menschen arbeiten, muss man sie nicht mit Lobbyarbeit schützen. Vielmehr verlangsamt es meist nur einen nicht aufhaltbaren Wandel. Die Aufgabe ist es dann, verantwortungsvoll mit der Situation umzugehen und eventuell alternative Arbeitsfelder anzubieten. Das liebe Geld wiederum ist zwar ein Instrument, um die ökonomische Nachhaltigkeit messen zu können. Deswegen jedoch gleich Wachstum über alles zu stellen muss auch nicht sein.

 

  • Es geht nicht um die Natur, es geht um uns Menschen.

Wir lieben die Natur. So lautet z.B. so mancher Grund, warum man sich für ein Artenschutzprojekt einsetzt. Ich bin da eher etwas pragmatisch und glaube, man kann mehr erreichen, wenn man konsequent den Nutzen für den Menschen in den Vordergrund setzt. Diese Bewertung der Natur muss nicht quantitativ erfolgen, was wiederum ethische Bedenken hervorrufen kann. Aber zumindest den Menschen mitdenken, löst bei vielen Leuten eher Verständnis aus.

 

  • Habt Spaß bei der Sache, habt Bock auf Zukunft!

Ist klar, oder?

Mein Verständnis von CSR
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