G-Foum 2017 Eröffnungsrede Prof. Volkmann

Ich war in Wuppertal und habe dort die Konferenz G-Forum 2017 besucht. Lest hier, was ich bei meinem „Goldfisch“ besonders spannend fand.

Es gibt viele schöne Ablenkungen, die eigene Master-Arbeit vor sich herzuschieben. Da gibt es die offensichtlichen Fälle, in denen man auch selbst weiß, dass das gerade nicht förderlich ist. Wieder eine Stunde auf Youtube verbracht. Und dann gibt es noch die versteckten Tätigkeiten. Diese unterteilen sich in gerechtfertigt (Nebenjob) und die „Aber-das-hat-doch-alles-miteinander-zu-tun“-Events. Das erste davon im Oktober war besonders tricky, denn das sogenannte G-Forum hatte sogar Relevanz für das angepeilte Master-Arbeitsthema. So habe ich mir den Spaß als Student trotz 100 € Eintrittsgebühr gegeben, was wohl auch dafür sorgte, dass ich einer der wenigen Studierenden war, die dort kein Paper vorgetragen haben.

Das Forum hat keine Verwandtschaft mit dem Punkt oder der Unit, sondern ist eine deutsche (Germany?) Entrepreneurship (Gründung?) / Innovation / Mittelstands- Konferenz der nach Eigenaussage führenden wissenschaftlichen Vereinigung (FGF e.V.) zu eben jenen Themen im deutschen Raum.

Es ist wie mit dem Jungen, der Fisch für den Mittagstisch kaufen sollte und mit einem Goldfisch aus der Zoohandlung heimkommt. Falls Du diese Geschichte nicht kennst, ist das kein Beinbruch, bis gerade hat es sie auch nicht gegeben. Ein weiteres Zeugnis dafür, wie schwer es fällt, nicht abzudriften, um noch weniger Zeit für die Masterarbeit zu haben…

Sustainable entrepreneurial ecosystems als Hauptthema des G-Forum 2017

Mein Goldfisch trägt das Überthema „Sustainable entrepreneurial ecosystems“, was gleichzeitig auch das übergeordnete Thema der Konferenz war. Bevor ich zu meinen persönlichen Highlights komme, noch ein paar generelle Anmerkungen: Die Historische Stadthalle in Wuppertal ist eine Hammerlocation mit viel Prunk und vielen Räumen. Wuppertaler Stadthalle als Veranstaltungshalle des G-Forum 2017Einzig in den Essenspausen rächen sich die hohen Hallen, sodass ein lautes Smalltalkgeplabber über den Köpfen waberte. Irgendwann nahm ich Teller und Beine in die Hand und verzog mich in einen ruhigeren Nebenraum. Im Nachhinein musste ich zudem feststellen, dass das G-Forum 2017 meine erste richtige Hardcore-Wissenschaftskonferenz war und mir nach 33 meist trockenen Paper-Vorstellungen doch der Kopf hämmerte. Glücklicherweise gab es aber auch ein paar Praxis-Slots, die weniger von Korrelationen aufzeigen und Hypothesen stellen lebten. Durch die breiten Themenvorgaben (Corporate Entrepreneurship, Strategic Entrepreneurship, Psychology of Entrepreneurship, Entrepreneurial Ecosystems, Academic Entrepreneurship, Sustainable Entrepreneurship, Praxistrack Entrepreneurship Education, um nur die Auswahl eines Slots zu illustrieren) gab es einen Reiz auch mal andere Themen anzuhören, jedoch auch das Hemmnis mit Leuten außerhalb des eigenen Fachgebiets in Kontakt zu kommen.

Und hier sind meine persönlichen Empfehlungen des ersten Tages:

Magnus Klofsten, Dzamila Bienkowska: Entrepreneurship support and sustainable business models –A european study of business incubator

Magnus Klofsten & Dzamila Bienkowska Entrepreneurship support and sustainable business models –A european study of business incubator

In Deutschland, Finnland und Schweden wurden Gründungsinkubatoren auf ihren Bezug zur Nachhaltigkeit untersucht. Bei der deutschen Auswahl interessierte man sich zumindest bis zu einem gewissen Grad zu 65 % für das Thema. Bei den Förderungsrunden spielte ein nachhaltiges Geschäftsmodell zu 35 % gar keine Rolle oder zu 51% eine nicht bedeutende Rolle. Nur 2 % der spezialisierten sich auf Sustainable Entrepreneurship. 63 % nutzen keine besondere Expertise zum Thema Nachhaltigkeit.

Elena Mostovova: Social innovation and social entrepreneurship concepts: Structural literature review with bibliographical elements

Elena Mostovova: Social innovation and social entrepreneurship concepts: Structural literature review with bibliographical elements

Die wichtigste englische Social Innovation und Social Entrepreneurship-Literatur wurde gesucht. Business Economics und Public Administration sind dabei die Themenfelder mit den häufigsten über Social Entrepreneurship Verweise. Die Forschung kann nützlich sein für Forscherinnen, die wissen möchten, welche der unzähligen Definitionen genutzt werden sollten, um ähnlicher Forschung zu entsprechen. Ach ja, Mair & Martin wurde übrigens am häufigsten zitiert.

Katharina Knoll & Gunnar Glänzel: Enabling sustainable entrepreneurship through systemic thinking

 Katharina Knoll & Gunnar Glänzel: Enabling sustainable entrepreneurship through systemic thinking

Systemisches Denken ist einer der Schlüsselkompetenzen von zukünftigen Führungskräften. Um diese bei Kandidaten nachzuweisen, wurde eine Art Test entwickelt. Die Besonderheit dabei ist, dass nicht nur ein Self-Assessment, sondern auch ein 60 minütiges Gespräch Bestandteil sind. Zudem kommt es nicht nur auf Persönlichkeitskompetenzen an, sondern auch darauf, was man tatsächlich schon dafür gemacht hat.

Vier weitere gute Praxis-Ideen, sollen noch kurz genannt werden: Mit GreenUp Invest versucht das Borderstep Institut einen einfacheren Standard für die Nachhaltigkeitsbewertung von Startups entwickeln. Das ISSO-Institut stellte sich und seine Arbeit als Netzwerk-, Öffentlichkeitsarbeit und Starup-Service aus der Regiopole Koblenz vor. Und auf der Energiegründer-Website gibt es einen Haufen junger Unternehmen, welche sich dem Thema des nachhaltigen Umgangs mit Energie verschrieben haben. Auf der Website von InnoTools können in Zukunft Werkzeuge und Methoden für Entrepreneurship Education kostenlos abgerufen und genutzt werden.

In einem weiteren Post kommen dann die Empfehlungen des zweiten Tages der G-Forum 2017 Konferenz.

G-Forum 2017 – Mein völlig subjektiver Nachbericht (1/2)

2 Gedanken zu „G-Forum 2017 – Mein völlig subjektiver Nachbericht (1/2)

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