Diese kleinen Wochenrückblicke hatte ich als Vorsatz angefangen, um achtsamer mit Informationen umzugehen. Damit nicht Fast News in einen Overload münden, wollte ich lieber etwas mehr auf sie herumkauen und die Wertschätzung steigern, in dem ich die Learnings teile. Paradoxerweise bringt mich das dazu, Sonntags statt wichtige Dinge Eat-The-Frog artig fortzusetzen, in aller Hektik und dennoch zeitraubend mir etwas zusammenzuschreiben. Der Schreibprozess macht mir Spaß, aber von Fast News geht es jetzt eher in Fast Writing über.

Konsequenterweise müsste ich also einfach weniger Informationen über die Woche zu mir nehmen, auf der anderen Seite ist dieses Rund-um-Wissen auch etwas, was mich aus macht. Bis das richtige Rezept gefunden wurde, hier das Rückblick-Menü für diese Woche, wieder leicht verändert.

3 Learnings

Keine Lust?

Aus einem Interview zwischen Tim Ferris und Rick Roll, habe ich die „Weisheit“ „Mood Follows Action“ aufgeschnappt. Ein guter Merksatz, wenn es darum geht, Aufgaben auch anzugehen, wenn wir eigentlich keine Lust darauf haben. Meistens merken wir hinterher, dass es uns trotzdem gut getan hat, die Aufgabe zu erledigen

Hier der Podcast: https://tim.blog/2022/01/07/rich-roll-transcript/

Kalenderspruch

Mal ist es ein afrikanisches Sprichwort, mal wird es den Aboriginies zugeschrieben, wer den Wert von Teams hervorheben möchte, ist auch ohne genaue Herkunft gut mit diesem Satz zu helfen: „Wenn du schnell gehen willst, geh allein. Wenn du weit kommen willst, gehe zusammen.“ Ich glaube, es hängt auch von der eigenen Persönlichkeit und den Zielen ab, inwiefern dieser Spruch zutrifft. Aber gerade die großen Herausforderungen unserer Zeit wird nicht eine einzelne Person, weder Greta noch Elon, allein meistern können und vermutlich nicht mal ein einzelner Staat. Doch das darf nicht bedeuten, dass wir die Hände hinter dem Kopf verschränken und bei den Krisen unserer Zeit nur zusehen.

Everything was always a Remix

In der Kunsthalle Bremen wird gerade eine Manet und Astruc-Ausstellung präsentiert. Ich gebe zu, ich bin kein Klassikerkenner (WTF is Astruc?!) und erfreue mich mehr dem analogen oder digitalen Bewegtbild. Aber eine Raumerklärung fand ich aus einer Kreativitätsperspektive interessant, welche mich diese Woche durch ein Bild auf meinem Smartphone wieder einholte. Sowohl Goya (bei Wiliam Hogarth) als auch Manet (Goya, Velàzquez) finden sich immer wieder Motive, welche sie von anderen Künstlern „geborgt“ haben. Der Kunsthistoriker Aby Warburg nennt dies „Bilderwanderung“. Ein schöner Ausdruck, das einmal mehr zeigt: Meist kommt Kreativität aus der Kombination oder Weiterentwicklung von schon Bestehendem. Die spannende Frage ist, wann so etwas wie Geistiges Eigentum dann anzufangen mag.

Die Ausstellung: https://www.kunsthalle-bremen.de/de/view/exhibitions/list/current

2 Tipps

SIEHE, ein neues Buch!

Nach der World Citizen School, kam noch ein zweites Buch zu Social Innovation Education in Higher Education heraus. Dieses Mal durch ein EU-Projekt und daher auch Open Access. Ich habe noch nicht vertieft reinschauen können, daher schnuppert einfach selbst einmal rein.

https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-030-84044-0

Erste Hilfe

Mein letzter und bisher auch erster Erste Hilfe Kurs ist 14 Jahre her, im Bezuge des Führerschein-Erzitterns. Dabei glaube auch ich, dass man damit gar nicht früh genug anfangen kann. Die Petition „Ich rette Dein Leben“ hat das Ziel, eine verpflichtende Einführung von Unterricht in Wiederbelebung spätestens ab der 7.Klasse anzustoßen. Es sei dahin gestellt, ob das in unserem Förderalismus so einfach geht und ob nicht auch eine regelmäßige Auffrischung gleich mitabgedeckt werden sollte, im Grundsatz unterstütze ich dieses Anliegen aber. Und inspiriert von Sozialunternehmen wie Mobile Retter e.V. habe ich auch das Gefühl, dass hier noch Platz für Soziale Inventionen vorhanden ist.

Der Link zur Petition: https://ichrettedeinleben.de

1 Frage

Die andere Seite der Medaille

flip. ist ein journalistisches Startup, welches Produkte, Ideen oder Unternehmensversprechen auf deren Nachhaltigkeit hin nachrecherchiert. Für mich als Freund beider Welten war klar, sich einmal schnell kostenlos anzumelden, aber auch ein bisschen darüber zu lesen (z.B. in der taz). Am Bekanntesten dürfte die Recherche zu Altkleidersammlungen sein. Ein paar Stars um einen Sneakerspende gebeten, mit GPS-Tracker versehen und ab ging die wilde Reise, bei der unter anderem Nike in ZEIT-Artikel und Youtube-Videos gar nicht gut wegkam. Größtenteils sind die Gründer über Startfinanzierungen abgedeckt. Außerdem verkaufen sie flip-Boxen von Produkten, welche die flip-Community besonders emfehlenswert fand.

Ich sehe das Anbieten an Zeitungen und Testmagazine als große Einkommensquelle, ggf. auch Crowdsustaining über Steady oder per Mini-Crowdfunding für einzelne Produkttests (wobei dies bei Rank a Brand wohl auch nicht so gut funktionierte). Wenn die Transparenz wirklich groß ist, könnten sogar die Unternehmen selbst bezahlen, da werden wohl aber eher nur „die Guten“ anzulocken sein.

Meine Frage: Was könntet ihr euch für andere soziale Geschäftsmodelle vorstellen?

Zur Webseite: https://letsflip.de/flips/

Wochenrückblick 04/2022

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