Hier meine Learnings im Wochenrückblick. Dieses Mal habe ich sie so geordnet, dass die Aspekte, welche weniger zu meinem Interesse im Bereich Social Entrepreneurship und Soziale Innovationen gehören,  erst weiter hinten auftauchen.

Ruf nach Verhaltensänderungen

Die Initative More in Common hat schon 2019 die Studie „Die andere deutsche Teilung“ veröffentlicht, in der sechs gesellschaftliche Typen identifiziert wurden. Sie sind relativ gleich verteilt und werden Die Offenen, Die Involvierten, Die Etablierten, Die Pragmatischen, Die Enttäuschten und Die Wütenden genannt. Wenn man sie nach der Orientierung im Gemeinwesen und dem Umgang mit gesellschaftlichem Wandel trennt, entsteht eine Dreiteilung unserer Gesellschaft. Welche das sind und welcher Typ ihr seid, könnt ihr unter www.dieandereteilung.de einsehen.

In Verbindung mit dem Klimawandel empfinden bei einer neuen Studie 2021 alle Gruppen vor allem Hilflosigkeit und Enttäuschung, bei den gesellschaftlichen Stabilisatoren noch ein Stück mehr Angst. Nur bei den Wütenden und abgeschwächt bei den Enttäuschten herrscht etwas mehr Gelassenheit, aber auch Überdruss am Thema.

Haupterkenntnis für mich: Alle Gruppen bis auf die Pragmatischen stimmen eher der Aussage zu, auf Veränderungen unserer Gewohnheiten und Lebensweisen zu setzen, als auf Technologien, welche unseren Lebensweisen verankern würden. Für mich ein gutes Signal in Richtung Suffizienzinnovationen, auch wenn Gesagtes und Gewähltes wie wir wissen nicht übereinstimmen müssen. Dass diese Gewohnheitsveränderungen durchaus auch politisch initiiert werden sollten und nicht in der Verantwortung des Einzelnen zu finden ist, stimmen die Gruppen noch deutlicher zu (außer „Die Wütenden“).

Zur Studie: https://www.moreincommon.de/klimazusammenhalt/

Startup-Kuchen

Durch das Sozialunternehmen The Good Run bin ich auf die Slicing Pie Methode gestoßen, wenn es darum geht, dynamisch die „Besitzverhältnisse“ von Startups darzustellen. Kurzum eine Methode, die reflektiert, wie viel Geld oder andere Ressourcen eine Person in die Unternehmung reingesteckt hat.

Ein einführender Artikel: https://eqvista.medium.com/slicing-pie-method-how-to-split-equity-fairly-among-co-founders-in-a-startup-e1093d2f4522

Teamzusammensetzung Sozialunternehmen

Prof. Eva Jakob, Juniorprofessorin für Social Entrepreneurship, hat in einem Mittagsvortrag erste Ergebnisse ihrer aktuellen Untersuchung geteilt. Bei der Zusammensetzung von Teams unterscheidet ihr Team zwischen Self-Transcendence und Self-Enhancement Persönlichkeiten. Letztere streben weniger nach einem intrinsischen „Gutes Wollen“, sondern nach wirschaftlichem Erfolg und Macht. Es wurde davon ausgegangen, dass Sozialunternehmen, welche an der Schnittstelle zwischen Welt retten und Wirtschaftlichkeit erreichen arbeiten, von gemischten Teampersönlichkeiten profitieren. Zwischenergebnis ist jedoch, dass die Qualität der Geschäftsmodelle höher eingeschätzt wird, wenn die Teams von den Persönlichkeiten her homogener zusammengesetzt sind.

Link der Veranstaltung war: https://www.sent.uni-bayreuth.de/de/news/2022/2022-01–Prof_-Dr_-Eva-Jakob-Vortrag-beim-BayCEER-Kolloquium/index.html

Sozial solidarische Unternehmen

Wer mich kennt, weiß, dass ich Definition wichtig finde, insbesondere bei der Abgrenzung und Selbstidentifikation von Organisationstypen. Durch die Berliner Social Economy-Seite bin ich nun auf den Begriff der „sozial solidarischen Unternehmen“ gestoßen. Diese zeichnen sich dadurch aus, dass sie auf jeden Fall gemeinschaftlich gegründet wurden und eine private Gewinnentnahme ausgeschlossen wird (not for private profite distribution). Wenn ich es richtig verstehe, liegen diese Organisationen dann im Überlappungsbereich von Social Enterprises und Social Businesses.

Zu weiteren Infos von Social Economy Berlin: https://socialeconomy.berlin/infos/

Erlebtes Learning der Woche

Neues Wissen anzusammeln ist großartig. Am besten lernt man wohl aber durch das eigene Erlebnis. Die letzte Woche habe ich viele Stunden damit verbracht, einen Workshop für eine Partei vorzubereiten. Inhalt war eine Einführung in Social Entrepreneurship und wie man die Rahmenbedingungen von Sozialunternehmen politisch verbessern könnte. Ich habe mich in die Recherche gestürzt, da ich endlich einen Anlass bekommen habe, mich in das Thema reinzuknien. Es interessiert mich sehr und war einfach neugierig, was gerade der Stand auf EU-, Bundes- und Großstadtebene war.

Am Ende des 90-minütigen „Workshops“ habe ich mich für mein schlechtes Zeitmanagement und das Verfehlen des Hauptzieles entschuldigt. Ich habe mein nerdiges Interesse zu weit in den Vordergrund gestellt und bin zu sehr ins Detail gegangen. Interessierte Laien habe ich mit bürokratischen Prozessen und kleingeteilte Differenzierungen überlastet. Und die interessanten Städte-Beispiele (Hannover, München, Berlin, …) sind der Zeit zum Opfer gefallen. Ich habe einen Mini-Vortrag mit anschließender gemeinsamer Workshopphase zu einem Egotrip gemacht: Schaut her, was ich alles weiß.

Was habe ich dabei gelernt? Nicht zu viel vornehmen, den gesunden Menschenverstand bei der Anzahl an Folien berücksichtigen und ggf. sogar noch einmal zeitlich testen. Und vor allem: Es kommt auf die gute Zeit der Menschen an und nicht auf meine Reputation. Natürlich beherrsche ich das für gewöhnlich und insbesondere in unseren Hilfswerft Workshops, aber dieses Mal ist es mir eben nicht geglückt. Dafür gibt es nächste Woche gleich die nächste Chance, wenn ich den von mir initiierten Leihklub einer Rotary-Runde vorstelle. Ich werde berichten…

Parallax Effekt

Kennt ihr diese Bilderaufnahmen, in der sich ein Vordergrund scheinbar vom Hintegrund weg- oder in eine andere Richtung bewegt? Macht es auf jeden Fall interessanter zuzuschauen, als ein wirklich stilles Stillleben. Das nennt man den Parallax Effekt und besteht hauptsächlich daraus, eine Hintergrundversion herzustellen, auf der das Hauptmotiv nicht vorhanden ist.

Wie das mit DaVinci Resolve zu machen ist? Hier zum Tutorial: https://www.youtube.com/watch?v=9wD3gM9uHoc

Mathe-Unterricht wertschätzen

Um ehrlich zu sein, bin ich der unreflektierten Meinung, dass der Matheunterricht nach dem Prozentrechnen und dem Dreisatz aufhören kann. Wer später mehr braucht, kann dann in weiteren Kursen anwendungsorientiert Stoff nachholen, in einer Atmosphäre, wo die Lernenden auch wirklich motiviert sind. Klar, dient es auch dem logischen Denken und vielleicht auch der Vorstellungskraft, aber ohne Anwendung stufe ich andere zwischenmenschliche Kompetenzen in der Zwischenzeit mit einer höheren Priorität ein. (Und insbesondere in der Oberstufe mochte ich Mathe und war gut darin, einmal Funktionsuntersuchungen mit 2.Ableitung bitte!). Ein wenig mehr Wertschätzung für unseren Matheunterricht habe ich aus einem Video des Kanals „My Merry Messy Life“ gewonnen, indem die Unterschiede zum amerikanischen Matheunterricht klar werden. Dort scheinen die Aufgaben noch weniger anwendungsbezogen zu sein: https://www.youtube.com/watch?v=-OE5RBYzErk

Wochenrückblick 03/2022

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